Die Gebäudeversicherung – die folgenden des Hochwassers 2013

Das Hochwasser dieses Jahr bringt vielerlei Konsequenzen mit sich. Erst letzte Woche beschlossen der Bundestag und der Bundesrat eine 8 Milliarden Euro Hilfe, die von den Ländern an die Betroffenen weitergeleitet werden soll.

Die Erhöhung der Gebäudeversicherungsprämien für Hausbesitzer

Was die starken Regenfälle Ende Mai und Anfang Juni mit sich brachten, reicht heute für jede Menge Diskussionsstoff. So überlegen einige Gebäudeversicherer ihre Prämien zu erhöhen, denn die Ausgaben lagen 13 Prozent über den eingeforderten Prämien. Von den erhöhten Prämien sind aber nicht nur neue Versicherungsnehmer betroffen, sondern auch die schon bestehenden Vertragspartner. Ihnen wird eine so genannte Änderungskündigung vorgelegt. Hierbei handelt es sich um eine Kündigung, bei der der Vertragspartner entweder die neuen Konditionen akzeptiert oder aus dem Vertrag gelassen wird. Danach muss sich der Vertragspartner eine neue Versicherung zu legen. Ob diese dann preisgünstiger ist, ist fraglich.

Möglichkeiten bei der Änderungskündigung

Der Versicherte kann bei der Änderungskündigung die folgenden Maßnahmen ergreifen. Zuerst kann er versuchen den Versicherer zu überzeugen die Prämie gleich zu behalten, wenn er dafür auf bestimmte Konditionen verzichtet oder einen höheren Selbstbehalt garantiert. Gelingt dies nicht, sollte der Versicherte verlangen, dass von Ihrer Seite der Vertrag aufgelöst wird, so dass in der Versicherungshistorie keine Kündigungen vorhanden sind. Dies würde bei einem zukünftigen Versicherungsvertrag höchstwahrscheinlich die Prämie erhöhen.

Die Zwangspolice für Hausbesitzer

Neben den steigenden Prämien, kommt auch das Thema Zwangspolice für Immobilienbesitzer wieder auf. Dies war nach den Hochwassern 2002 schon diskutiert worden, aber nicht umgesetzt worden, da die Versicherungsbände klipp und klar gegen eine solche Regelung waren. Eine gesetzliche Pflichtversicherung würde gegen die Vertragsfreiheit stehen, argumentierten die Versicherungsbände. Die Zwangspolice soll dabei eine finanzielle Unterstützung speziell bei Naturkatastrophen bieten. Denn die nun beantragten 8 Milliarden Euro werden den Versicherten, die keine Zusatzversicherung abgeschlossen haben, nur geringfähig helfen.
Gegner, dieser Zwangspolice, weigern sich aufgrund dessen, dass diese Pflichtversicherung den baulichen Hochwasserschutz eindämmen würde, da aufseiten der Hausbesitzer eine Sicherheit mit der Pflichtversicherung bestünde. Der Verein der deutschen Versicherungswirtschaft GDV fordert dazu auf, Neubauten in gefährdeten Regionen zu verbieten und mittels von Subventionen zu privaten Anstrengungen für Hochwasserschutz zu motivieren.
Das Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hingegen steht hinter einer solchen Zwangspolice. Nach ihren Aussagen zu Folge, würden dadurch ad hoc Zahlungen bei Umweltschäden wie den Hochwasser 2013 entfallen. Weiterhin könnte so die Prämie tendenziell fallen, ohne dass die Versicherten auf eine Risikozulage verzichten müssten. Die gesetzliche Pflichtversicherung würde somit zu einer Gleichverteilung führen, welche einem Sozialstaat angemessen sein.