Die private Krankenversicherung im Vergleich aussuchen

Es ist nicht nur generell möglich, sondern zudem sehr ratsam, die private Krankenversicherung im Vergleich auszusuchen. Hintergrund hierfür ist, dass es sich bei der privaten Krankenversicherung um ein Versicherungsprodukt handelt, das von privatwirtschaftlichen Versicherungen angeboten wird. Diese stehen einerseits im Wettbewerb zu anderen Versicherern und können sich nur dann eine solide Position am Versicherungsmarkt sichern, wenn sie ihre Kunden durch attraktive Angebote zu möglichst optimierten Konditionen überzeugen können. Andererseits nimmt der Gesetzgeber weitaus weniger Einfluss auf die Angebotspalette und Vertragsgestaltung als dies bei der gesetzlichen Krankenversicherung der Fall ist, so dass sich für die Versicherer hier weitreichendere Möglichkeiten und Gestaltungsvarianten eröffnen.

Die Höhe der Beiträge für die private Krankenversicherung entspricht nicht einem pauschalen Prozentssatz des Einkommens, sondern ergibt sich aus der Gegenüberstellung von individuellen Kriterien des Versicherungsnehmers und dem daraus resultierenden Kostenrisiko für die Versicherung. Zu den wichtigsten Kriterien gehören dabei das Alter und Geschlecht, der aktuelle Gesundheitszustand sowie der Versicherungsumfang, den der Versicherungsnehmer anhand seiner Bedürfnisse zusammenstellt. Je nach Anbieter stehen dabei ein Katalog aus Einzelleistungen oder kombinierte Pakete aus mehreren Leistungen zur Verfügung. Bevor ein Wechsel in eine private Krankenversicherung im Rahmen einer Vollversicherung möglich ist, müssen allerdings zwei wesentliche Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen darf für den Versicherungsnehmer keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse bestehen und zum anderen muss die Gesundheitsprüfung, die im Vorfeld der Aufnahme stattfindet, positiv verlaufen. Meist erfolgt die Gesundheitsprüfung durch das Ausfüllen eines Fragebogens, in einigen Fällen kann jedoch auch eine ärztliche Untersuchung notwendig werden. Ergibt die Gesundheitsprüfung, dass der Versicherungsnehmer in der Vergangenheit an bestimmten Krankheiten erkrankt war und diese Erkrankungen nicht ausgeheilt sind oder jederzeit erneut auftreten könnten, erhöht sich sein Risikopotenzial, was die private Krankenversicherung wiederum mit Risikozuschlägen oder der Ausklammerung einzelner Versicherungsleistungen ausgleichen kann. Auch in diesem Zusammenhang lohnt sich allerdings der Versicherungsvergleich, denn teilweise weichen die Risikobeurteilungen der einzelnen Versicherer deutlich voneinander ab.

Eine private Zusatzkrankenversicherung, die den gesetzlichen Versicherungsschutz aufstockt und sich in erster Linie an Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse richtet, setzt im Vorfeld dabei meist auch eine Gesundheitsprüfung voraus. Weitere beachtenswerte Punkte beim Aussuchen der privaten Krankenversicherung sind die Flexibilität und mögliche Zusatzvereinbarungen im Kleingedruckten, wobei dies sowohl für die Vollversicherung als auch für eine private Krankenzusatzversicherung oder Zahnzusatzversicherung gilt. Viele Versicherer bieten an, den vereinbarten Versicherungsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erweitern oder Versicherungsleistungen im Verlauf der Versicherungsdauer zu reduzieren, um den Beitrag zu senken. Andererseits sind für bestimmte Leitungen häufig Wartezeiten und Leistungsstaffelungen vorgesehen, was bedeutet, dass der vollständige Versicherungsschutz nicht von Beginn an genutzt werden kann. Solche Leistungsstaffelungen sind insbesondere im Zusammenhang mit zahnmedizinischen Behandlungen und Zahnersatz häufig an zutreffen.